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Steigende Sozialbeiträge - ist Gesundheit bald ein Luxusgut?

  • Autorenbild: Yvonne Kloiber
    Yvonne Kloiber
  • 12. Feb. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. März 2025

Mit dem Start ins Jahr 2025 haben sich die Sozialbeiträge im Schnitt um 1.1% im Vergleich zu 2024 erhöht, die Leistungen steigen allerdings nicht proportional mit an.

Wenn sich dieser Trend vorsetzt, wer kann sich dann in der Zukunft noch eine gute Gesundheitsvorsorge leisten?


Die meisten Arbeitnehmer*innen werden mit der Januarabrechnung plötzlich einige Euro weniger netto erhalten als noch im Dezember. Grund dafür ist der Kostenanstieg im Gesundheits- und Pflegesystem. Je nach Krankenversicherung ging es hier durchschnittlich 0.9 Prozentpunkte beim Zusatzbeitrag nach oben. Der Pflegebeitrag erhöhte sich um 0.2 Prozentpunkte. Bei einem Bruttoverdienst von 4.000€ sind das bereits ca. 22€ weniger netto.


Um zu verstehen was aktuell passiert lohnt es sich einmal in die Geschichte des Gesundheitssystems einzutauchen.

Eingeführt wurde die Gesetzliche Krankenversicherung bereits im Jahr 1883 vom damaligen Reichskanzler Otto von Bismarck. Ziel war es Arbeitskräfte abzusichern und die Gesundheit dieser zu gewährleisten. Gleichzeitig sollte so sozialer Unruhen entgegen gewirkt werden.

Im Kern funktionierte es aber damals schon wie heute. Die Arbeitnehmer*innen sowie deren Arbeitgeber bezahlten je einen Teil ihres Einkommens in das System. Im Gegenzug wurden kosten für ärztliche Behandlungen und Verdienstausfälle aufgrund von Krankheit übernommen.


Entscheidender Unterschied von damals zu heute ist vor allem die Struktur der Bevölkerung in Kombination mit dem wissenschaftlichen Fortschritt. Während früher die Menschen selten über 40 Jahre alt wurden, ist heute die Lebenserwartung in Deutschland über 80 Jahre. Hinzu kommt, dass es früher keine teuren und aufwendigen Operationen und Behandlungsmöglichkeiten gab.

In der heutigen Zeit steht das System also vor der Herausforderung, höhere Kosten mit weniger gesunden Beitragszahlenden stemmen zu müssen.



Entsprechend bleiben den Versicherern nur 2 Hebel: Beiträge zu erhöhen, um die Kosten zu decken oder Leistungen zu kürzen.

Schon heute gibt es immer mehr "IGeL-Leistungen" bei Ärzten und an vielen Stellen werden private Zuzahlungen nötig.


Aus eben genau diesem Grund lohnt es sich mehr denn je die gesetzlichen Krankenkassen genau zu vergleichen, oder, wenn möglich, in die private Krankenversicherung zu wechseln um so für die persönliche Situation bestmöglich abgesichert zu sein.


Wer nicht in die private Krankenversicherung wechseln kann, kann sich über eine private Zusatzversicherung bessere Leistungen erkaufen. Inzwischen gibt es eine Vielzahl an Anbietern und Angeboten auf dem Markt. Zu den bekanntesten Zusatzversicherungen gehören Auslandsreisekrankenversicherungen und Zahnzusatzversicherungen.

Sie decken für meist geringe Beiträge spezielle gesundheitliche Risiken ab.

Vor allem im Bereich der Zahngesundheit lohnt es sich genau abzuwägen, da bereits heute der Leistungskatalog sehr eingeschränkt ist. In der Zukunft werden hier Leistungen in der Gesetzlichen Krankenkasse eher weiter reduziert als hinzugefügt. Entsprechend stehen auch wir in Deutschland an einem Punkt, an dem die Zahngesundheit bald ein Spiegel für den Wohlstand eines Versicherten werden kann.


Gut Vorsorgen lässt sich also nur privat. Hinzu kommen immer mehr Betriebe, die sich um betriebliche Krankenversicherungen für ihre Arbeitnehmer*innen und deren Familien bemühen. Während heute der Obstkorb noch als Mitarbeiterbenefit gelistet wird, ist es morgen vielleicht die zusätzliche gesundheitliche Absicherung.


Letztendlich lässt sich sagen, dass Gesundheit bis zu einem gewissen Punkt auch hierzulande ein Luxusgut werden kann. Die Entwicklungen der Branche sind spannend und gleichzeitig ernst zunehmen, damit auch in der Zukunft die Gesundheit der Bevölkerung gewährleistet werden kann.


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