Startkapital mit 18 für alle -machbar?
- Yvonne Kloiber

- 1. Nov. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. März 2025
Erst zu Beginn des Jahres 2024 warb das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung für ein vermögensunabhängiges Grunderbe für alle ab 18 Jahren. Im Raum stehen 20.000€, doch wie soll das für den deutschen Staat umsetzbar sein und welche Möglichkeiten haben wir überhaupt?
Es folgt ein Kommentar mit einer subjektiven Einschätzung. Vorweg, die Zahl hat mich selbst überrascht und wir müssen dringend mehr darüber sprechen.
20.000€ für alle - so schön diese Vorstellung klingt so verrückt ist die Gesamtsumme, die der deutsche Staat hierfür aufbringen müsste. Bei ca 750.000 Menschen die jedes Jahr 18 Jahre alt werden sind das ca. 15 Milliarden Euro pro Jahr.
15 Milliarden Euro aber wofür eigentlich? Die Idee ist es jungen Menschen den Start in das Erwachsenenleben zu vereinfachen. Es ist also egal, ob man sich damit den Führerschein, das Studium bzw. die Ausbildung, die erste Wohnung ohne eine Reise ins Ausland finanziert. All das soll die Chancengleichheit erhöhen und die Wirtschaft fördern.
Allein im Jahr 2025 möchte der Staat allerdings über 25 Milliarden sparen und den Haushalt kürzen. Woher soll nun das Geld für ein Grunderbe kommen? Vermutlich bleibt dieser Vorschlag daher auf absehbare Zeit nur eine Idee und wird zumindest aus der Staatskasse nicht machbar sein.
Was wäre aber, wenn alle privat für ihre Kinder vorsorgen?
Jetzt mag der ein oder andere sagen, netter Vorschlag aber wie soll das in der heutigen Zeit auch noch machbar sein? Bei steigenden Kosten im alltäglichen Leben ist dieser Gedanke also völlig gerechtfertigt. Es ist aber gar nicht so unmöglich für sein Kind 20.000€ anzusparen wie es vielleicht scheint.
Für den ein oder anderen nicht greifbar heißt das Schlüsselwort Zinseszinseffekt und nachhaltige Geldanlage. Albert Einstein bezeichnete den Zinseszinseffekt als 8. Weltwunder. Im Kern geht es darum, dass sich der Wert einer Geldanlage bei mind. 6% Rendite innerhalb von 10 Jahren verdoppelt. Aus einer Anlage von 1.000€ würden in 10 Jahren also 2.000€ und so weiter.
Für die geplante Summe 20.000€ Grunderbe mit 18 Jahren bedeutet das konkret folgendes: bereits eine monatliche Einzahlung von 55 Euro über den Zeitraum von 18 Jahren, bei einer Rendite von 6%, führt zu einem Ergebnis von 21.410,95€.
Für mich im ersten Moment eine krasse, fast unvorstellbare Zahl. Hier kommt die regelmäßige, nachhaltige Anlagestrategie zum Tragen. Insgesamt werden über 18 Jahre 11.880€ angelegt. Die verbleibenden knapp 10.000€ sind Zinserträge, die über die Jahre greifen und so die Gesamtsumme ermöglichen.

55€ von aktuell 250€ Kindergeld, das der Staat bereits bezahlt sind also rechnerisch genug um privat den Kapitalstock für unsere Kinder aufzubauen.
Selbstverständlich ist mir bewusst, dass nicht alle Familien diese 55€ aufbringen können, die meisten hätten aber bestimmt die Möglichkeit.
Umso wichtiger, dass wir uns genau darüber unterhalten.
Wie genial wäre es also, wenn alle unsere Kinder Anleger werden würden und mit 18 Jahren ein Depot hätten, das mind. 20.000€ enthält? Für mich steht fest, sollte ich irgendwann Kinder haben, wird das Geschenk zum 18. Geburtstag genau so ein Depot sein. 55€ pro Monat werde ich sparen und so einen einfacheren Start ins Erwachsenenalter ermöglichen.